Stadtumbau - Was ist das überhaupt?

Im Jahr 2004 legte die Bundesregierung das bundesweite Städtebauförderprogramm „Stadtumbau“ auf. Dieses Städtebauförderprogramm soll den ehemaligen 11 westlichen Bundesländern die Möglichkeit geben, Bundesfördermittel und Landesfördermittel kombiniert an Kommunen weiterzureichen, den wirtschaftlichen und demographischen Wandel zu bewältigen. Ziel war und ist die Schaffung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen, die den drohenden bestehenden Funktionsverlust beheben.

Das Land Hessen leitete hieraus das Städtebauförderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ ab und übernahm die Förderinhalte des Bundes weitestgehend. Schwerpunkte im Städtebauförderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ sind zusätzlich die explizite Benennung zur Stärkung der grünen und blauen Infrastruktur und Maßnahmen zur Klimaanpassung. Der Förderzeitraum liegt bei 10 Jahren, wobei die Mittelverwendung aufgrund der haushälterischen Zuweisung der Fördermittel vom Land an die Kommunen weitere Jahre umfassen kann.

Auf Grund von städtebaulichem Handlungsbedarf im innerstädtischen Bereich hat die Gemeinde Biblis im Februar 2017 einen Antrag auf Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ gestellt. In Folge des Atomausstiegs im Jahr 2011 und dem Rückbau des Atomkraftwerks seit 2017 erfährt Biblis einen Strukturwandel. Zum einen muss auf den Verlust von Arbeitsplätzen und auf das aktuelle, leichte Bevölkerungswachstum sowie das gleichzeitige Altern der Bevölkerung reagiert werden. Des Weiteren muss den Auswirkungen des Klimawandels entgegengewirkt werden. Die Aufnahme in das Förderprogramm erfolgte Ende 2017.

Die Handlungsbereiche konzentrieren sich auf den Innenstadtbereich und bestimmten im weiteren Verlauf (letztendlich in der Antragsstellung zur Aufnahme in die Städtebauförderung) maßgeblich die Entscheidung auf Antragstellung und die Festlegung des Fördergebietes. Die räumlichen Schwerpunkte liegen demnach rund um den Bahnhof, entlang der Bahnhofstraße sowie der Darmstädter Straße, am Rathaus und Rathausareal sowie am Gemeindesee. Die übergeordneten Themenbereiche konzentrieren sich auf Städtebau, Wohnen, Soziales; Verkehr und Mobilität; grüne und blaue Infrastruktur; Energie und Klimaschutz sowie Klimaanpassung.